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Pen is, is Pen? [Photo]

Beneath the rule of men entirely great,
The pen is mightier than the sword. Behold
The arch-enchanters wand! — itself a nothing! —
But taking sorcery from the master-hand
To paralyse the Cæsars, and to strike
The loud earth breathless! — Take away the sword —
States can be saved without it!

Jaja, die Feder sei mächtiger als das Schwert, schrieb Edward Bulwer-Lytton 1839 in einem Anti-Machiavelli’schen Stück über Kardinal Richelieu. Streicht man die metonymische Qualität von Schwert und Feder und konzentriert sich allein auf den Klang von “pen is” und “sword” kommt man – ein Genie wie das Morrisseys vorrausgesetzt – zu folgender Sentenz:

über die es von poetischer Seite viel zu schreiben gäbe. Das aber überlassen wir Euch! Und wer sich über eine der Ikonen europäischer Gegenwartsmusik informieren will, dem empfehlen wir dieses großartige Buch von Simon Goddard: Mozipedia!

Der gute Sturm. [Ed. Mai 2012]

Es ist Mitte Mai und Zeit für ein neues Editorial. Einiges hat sich im letzten Monat getan und einiges mehr wird sich in den kommenden Monaten tun. Seit dem Re-Start von VOLLTEXT Blogbuch haben wir unseren Traffic etwa alle zwei Wochen verdoppelt. Auch die Verfünffachung des Traffics letzte Woche, wenngleich sie sich nicht als nachhaltig erweisen wird, zeigt, dass wir am richtigen Weg sind.

Für einen Herausgeber eines Online-Magazins sind Statistiken tagtäglich Anlass zur Reflexion. Was bedeutet es, wenn etwa 60% der Leserschaft aus Österreich kommt, etwa 30% aus Deutschland und der Rest aus Großbritannien, Amerika und (obskurer weise) aus Korea? Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen, dass fast 90% der Zugriffe von Facebook stammen? Und natürlich die Frage: Was funktioniert und was funktioniert nicht? Die bisher beliebtesten Artikel sind (in der Reihenfolge ihrer Unique Visitors):

  1. Sex, Fashion und emanzipierte Nerds: Die neue Bibliophilie
  2. „Frische Texte“
  3. T. C. Boyle @ University of Vienna [Photos]
  4. B*tches in Bookshops [Video]

Das bestätigt unseren bisherigen (mentalen) Fokus auf Kommentare und Events. (Dass auch Popkultur gut ankommt, dürfte niemanden überraschen.) Während Kommentare und Popkulturelles für einen Großteil des social traffics verantwortlich sind, bringen Events einen überproportional großen Anteil an search traffic. Auch das an sich nicht sonderlich überraschend. Was man daran jedoch auch sehen kann, ist die tatsächlich umwerfende Effektivität von Photogallerien: Die Photostrecke von der Diskussionsrunde mit T. C. Boyle brachte uns knapp 1000 Views in drei Tagen, was für einen ganz jungen, recht kleinen und kaum vernetzten Blog durchaus beachtlich ist. Da diese aber tendenziell aufwändiger und schwerer zu produzieren sind, werden wir uns auch in den nächsten Monaten verstärkt dem Kommentar und der Event-Reportage widmen.

Es kann jedoch kein Zweifel daran bestehen, dass Rezensionen nach wie vor das Content-Rückgrat sind und auch sein werden. Als Blog abseits finanzieller Überlegungen haben wir auch hier natürlich zwei Vorteile oder Freiheiten (aber genauso Pflichten). Christian Dinger, einer unserer neuen Redakteure, machte mich darauf aufmerksam, dass der klassische Feuilleton inhaltlich stark eingeschränkt ist und sich kaum an Literatur traut, die nicht bereits kanonisch oder aber ein Debüt ist. Das absolut Unbekannte also, oder das lang Etablierte. Die dazwischen klaffende Wunde der Literaturberichtserstattung zumindest mit einem Verband zu versehen, ist eine unserer freien Pflichten. Aber auch anderswo klaffen Wunden, die es zu verarzten gilt; periphere Literaturen, unbeachtete, aber auch Phänomene an der Grenze der Literatur, wie etwa Improvisations-Theater oder Slam-Poetry (wo sie denn gut ist).

Die zweite Möglichkeit, für die sich internetbasiertes Publizieren geradezu anbietet, ist eine alternative Form des Rezensierens. Rezensionen, die sich dem nackten Text widmen, die sich mit dem Geschriebenen auseinandersetzen und nicht mit den Namen, Listen und Rankings des Literaturbetriebs. Als Replik auf eine Aktion unserer Patenzeitung VOLLTEXT, beklagten Leser:innen des Umblätterers, die Stumpfheit der kritischen Instrumente, wie sie in den Feuilletons heute zur Anwendung kommen. Dem antworten wir mit ‚weniger Werk, weniger Name, mehr Text.’ Damit einher geht der kaum abzuschließende Prozess der Stimmfindung zwischen Blog und Feuilleton.

Vor uns liegen gute Zeiten, aber auch unsichere. Ab September werde ich für ein Jahr nach Oxford gerufen. Das bringt VOLLTEXT Blogbuch in eine schwierige personelle Situation, die jedoch zu meistern sein wird. Der bisherige Erfolg des Experiments zeugt von dem Potential, das in VOLLTEXT Blogbuch steckt, und zeigt, wie viel mach- und schaffbar ist.

Poetik des Rückwärts. Vom Vorteil des anachronistischen Denkens.

Sie zu verleugnen ist in der heutigen Welt inzwischen unmöglich geworden – oder zumindest impraktikabel: How I Met Your MotherVampire DiariesPretty Little Liars oder Fringe: Jene kleinen und zuweilen unglaublich dummen Fernsehserien, von denen alle, so scheint es, sprechen. Vor zwei Monaten jedoch machte ich eine wunderbare Entdeckung: Johann Elias Schlegel. Wäre ich dazu geneigt, müsste ich ihn wohl für gottgesand halten. Mein Konsumverhalten jedenfalls hat er mit nur wenigen Worten völlig revolutioniert.

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Boyle Vorlesung [Audio]

Weil wir inzwischen so viele Anfragen bekommen haben und wir als Reaktion auf unseren Bericht von T. C. Boyles Vorlesung an der Universität Wien immer wieder hören, man wäre doch so gerne dabei gewesen, haben wir uns entschieden, unsere eigene Aufnahme jetzt doch auch zu veröffentlichen. Zwar war sie eigentlich nur für interne Zwecke gedacht, aber die Qualität ist ganz akzeptabel.

In der Zwischenzeit machen auch unsere Photos die Runde; hier zum Beispiel auf der Website der Schweizer Zeitung Tagesanzeiger:

tour de trance [Video]

Ein wahrhaft hypnotisierendes Video zu dem großartigen Gedicht der Berlinerin Monika Rinck. Gerade sie bietet sich für so ein mehrsprachiges Video natürlich an!

(via Moving Poems)

Der Text ist übrigens

my task, she said, was poisoning time

wie sich alles drehte, wiederholte, dehnte,
und rotierte, die wärme war a space so vast,
so katastrophisch groß, war sie arena
worin die trümmer von objekten trieben,
wilde schläge in der ferne, keiner hörte,
jeder fühlte, die wellen der erschütterung.
wo etwas fehlte, wurde alles größer,
drehte sich, rotierte, kam in’s schlingern
und blieb dann in der mitte liegen.
die müdigkeit war eine kur, das gewicht
der atmosphäre, halluzinogene leere
federte, es drehte sich jetzt weniger
als wären die schläge, in dem was sie sind
gegenstand der verdünnung, als würde
die zeit, der reißende raum, präzise und
zärtlich vergiftet, in ihrem gewebe stiege
die chemische schwäche, es schäumte,
erstickte, das weiße lager der krusten,
das sich formierte, wird reicher und toxisch
verrauschten die schläge, es dreht sich,
dreht sich unmerklich, und steht.

(via lyrikline.org)

Поехали! Zum Problem der Repräsentation in Blogs.

Eigentlich sollten Blogs ja genuin sein, authentisch. Eigentlich sollte man in ihnen Zugriff auf das wahre Selbst der Autor:innen bekommen. Aber stimmt das denn? Anastasia Pupynina berichtet von ihrer Analyse indischer Reise-Blogs und dem Problem der Repräsentation

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